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Selbsthilfe in den 2020ern: Starke Gemeinschaft in unsicheren Zeiten
Angesichts vielfältiger Krisen wie der Corona-Pandemie, multipler Kriege, humanitären Katastrophen und der Klimakrise sind die Lebensumstände in unserer Gesellschaft geprägt von enormen Belastungen für die Menschen. Dies löst eine Vielzahl psychosozialer Probleme und psychosomatischer Erkrankungen aus, bei denen die Selbsthilfe unterstützen kann. NAKOS-Geschäftsführerin Dr. Jutta Hundertmark-Mayser zeigt aktuelle Tendenzen in der Selbsthilfe auf und ordnet diese in den derzeitigen gesellschaftlichen Kontext ein.
Wie verbreitet sind demokratiefeindliche Strömungen in der Selbsthilfe?
Menschen- und demokratiefeindliche Tendenzen machen auch vor der gemeinschaftlichen Selbsthilfe nicht halt. Eine NAKOS-Befragung zeigt: Jede zweite Selbsthilfeunterstützungsstelle hat entsprechende Vorfälle erlebt oder davon gehört. Der Fachbeitrag der NAKOS-Autorinnen Charlotte Franzen und Peggy Heinz beleuchtet Erfahrungen, Herausforderungen und Unterstützungsbedarfe – und unterstreicht die Rolle der Selbsthilfe als Ort gelebter Demokratie.
Neue Regeln – stabile Gemeinschaft: Was sich für Selbsthilfegruppen ändert
Die Reform des Gesellschaftsrechts zum 1. Januar 2024 brachte wichtige Neuerungen für Selbsthilfegruppen mit sich. Was bedeutet das in der Praxis? Rechtsanwältin Renate Mitleger-Lehner erklärte kurz nach Inkrafttreten der Reform, welche neuen Varianten der BGB-Gesellschaft nun rechtlich möglich sind und welche Chancen die neue „eGbR“ als mögliche Alternative zum Verein bietet.
Selbsthilfe wirkt – freiwillig, solidarisch, systemrelevant
Selbsthilfe ist gelebte Solidarität – gerade in Krisenzeiten. Millionen Menschen engagieren sich freiwillig und wirken weit über ihre Gruppen hinaus. Immer höhere Erwartungen an bürgerschaftliches Engagement dürfen allerdings nicht die alleinige Antwort auf die aktuellen Herausforderungen unseres Gesundheits- und Gemeinwesens sein. Im Beitrag erläutert NAKOS-Mitarbeiter David Brinkmann, warum gute Rahmenbedingungen und zuverlässige Strukturen unabdingbar sind, um das bürgerschaftliche Engagement in der Selbsthilfe zu stärken.
Covid-19-Selbsthilfe in Deutschland – Entwicklungen, Strukturen und Unterstützungsmöglichkeiten
Die Corona-Pandemie hat die gemeinschaftliche Selbsthilfe geprägt: Trotz massiver Einschränkungen blieb sie ein Ort des Zusammenhalts, beschleunigte digitale Formate und begünstigte Neugründungen – vor allem zu Long und Post Covid. Der Beitrag von NAKOS-Autorin Peggy Heinz beleuchtet im dritten Jahr der Pandemie die Entwicklungen der Selbsthilfe und dient damit als Dokument der Zeitgeschichte.
Fördermittel für Selbsthilfeaktive in der Pflege: Zwischen Anspruch und Wirklichkeit
Pflegende Angehörige tragen zentrale Verantwortung – doch ihre Selbsthilfe wird nach § 45d SGB XI bislang nur zögerlich gefördert. Obwohl sich die Zahl der geförderten Gruppen leicht erhöht hat, zeigen Auswertungen: Es besteht weiterhin erheblicher Nachholbedarf. Anja Schödwell beleuchtet Gründe für die geringe Ausschöpfung der Mittel – und benennt konkrete Maßnahmen für mehr Sichtbarkeit, Bedarfsermittlung und Strukturförderung.
Interessenvertretung mit Verantwortung: Selbsthilfe im Lobbyregister
Selbsthilfe lebt vom Austausch – auch mit Politik und Öffentlichkeit. Seit 2022 gilt das Lobbyregistergesetz: Organisationen, die Interessen gegenüber Parlament und Regierung vertreten, müssen sich registrieren. Was bedeutet das für Selbsthilfevereinigungen? NAKOS-Autor David Brinkmann erläutert, wann Registrierungspflicht besteht und wie Selbsthilfeakteur*innen politische Interessen transparent vertreten können.
Kinder- und Jugendstärkungsgesetz erkennt Potenzial junger Selbsthilfe an
Erstmals erkennt das Kinder- und Jugendstärkungsgesetz (KJSG) die gemeinschaftliche Selbsthilfe als unterstützendes Angebot in der Kinder- und Jugendhilfe an. Das eröffnet neue Chancen für junge Menschen mit psychischen Belastungen und für junge Selbsthilfegruppen. NAKOS-Geschäftsführerin Dr. Jutta Hundertmark-Mayser erläutert die Relevanz des Gesetzes und erklärt, wie Selbsthilfestrukturen sich in Maßnahmen der Jugendhilfe einbringen können.